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Der Internationaler Frauentag
Heute immer noch nötig?
Artikel von Berit Völzmann
Ist schon wieder Frauentag? Dieses seltsame sozialistische Relikt aus grauer Vorzeit? Muss das denn heute wirklich noch sein? Jetzt, wo doch alle gleichberechtigt sind und Frauen sich nur noch in ihrer großen Gemeinsamkeit des Schuhe- und Begehbare-Kleiderschränke-Liebens als Gruppe erkennen? Und natürlich im Beschweren über „den zu soften Mann“, den „machohaften Mann“ und den „Mann der keine Kinder haben möchte“.
Immerhin entstand der Internationale Frauentag ja aus der amerikanischen Bewegung für ein Frauenwahlrecht und fand vor über hundert Jahren erstmals in den USA statt. Das ist nun wirklich lange her und mittlerweile dürfen Frauen ja sogar auch wählen. Nun ja, in Deutschland jedenfalls.
Und außerdem ist doch auch dieser Tag mittlerweile ein kapitalistisch okkupiertes Event, an dem es vor allem darum geht, Männern einzureden, sie müssten jetzt doch aber auch einen Tag mal an „ihre“ Frauen denken, sie respektieren, wertschätzen und sich für alle ihnen entgegengebrachten Mühen bedanken – mit einem möglichst großen (und daher teuren) Strauß Blumen.
Und schließlich – ein weniger sexistisches und ignorantes Argument – führt nicht die Zelebrierung eines „Frauentages“ wiederum zu einer Unterstützung der Geschlechterdichotomie, die doch eigentlich die Wurzel aller Differenzierung, aller Diskriminierung, allen Übels ist? Sollten wir uns nicht bewusst von der Kategorie „Frauen“ (und „Männer“) abwenden, um eine neue, geschlechtergerechte Gesellschaft zu ermöglichen, die von Abwertung, Stereotypisierung und Rollenerwartung frei ist?
Ja. Und nein. In all diesen Aussagen mögen Wahrheiten stecken. Tatsächlich aber sieht es so aus[1]:
Das Frauenwahlrecht – 1909 der Anlass für die Begründung des Frauentages – gibt es noch immer nicht in allen Länder: In Bhutan hat jede Familie nur eine Stimme, in Brunei haben Frauen gar kein Stimmrecht, ebenso im Staat Vatikanstadt, wo der Papst als Staatsoberhaupt nur von männlichen Kardinälen gewählt werden darf, im Libanon dürfen Frauen nur bei Nachweis eines gewissen Bildungsgrades wählen (Männer müssen einen solchen Nachweis nicht erbringen). Saudi Arabien hat angekündigt, das Frauenwahlrecht für 2015 einzuführen. Nicht erlaubt sein soll Frauen dort aber weiterhin der Erwerb eines Führerscheins.
Frauen sind in vielen Teilen der Erde noch immer unfreier als Männer: Sie unterliegen besonderen Kleidungsvorschriften und Benachteiligungen im Erbrecht. Sie sind in ihrer Freizügigkeit oft stark eingeschränkt und haben kein Mitspracherecht bei der Wahl ihres Ehepartners; oft werden sie schon in sehr jungen Jahren verheiratet (in Mosambik fast jedes dritte Mädchen bevor es 15 Jahre alt ist) – meistens an einen deutlich älteren Mann.
Vor allem in den Entwicklungsländern haben Frauen schlechteren Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung. Weltweit stirbt jede Minute eine Frau an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt, 99 Prozent davon in den Entwicklungsländern. Das sind ungefähr 536.000 Frauen im Jahr, von denen die meisten durch eine bessere Gesundheitsversorgung gerettet werden könnten. Trotz entgegenstehender internationaler Abkommen werden jedes Jahr etwa drei Millionen Mädchen beschnitten – ein Vorgang der mit unsäglichen Qualen, manchmal auch dem Tod einhergeht und zu lebenslangen Einschränkungen und Schmerzen führt. Insgesamt sind weltweit etwa 140 Millionen Mädchen und Frauen an ihren Genitalien verstümmelt, in Ägypten, Guinea und im Sudan sind es zwischen 90 und 96 Prozent aller Frauen. Ein ebenfalls zunehmend weibliches Problem ist HIV: In Afrika südlich der Sahara haben junge Frauen zwischen 15 und 24 Jahren ein drei Mal höheres Infektionsrisiko als Männer der gleichen Altersgruppe; derzeit sind dort über 59 Prozent der HIV-Infizierten Frauen.
70 Prozent der 130 Millionen Kinder ohne Schulbildung sind Mädchen. Zwei Drittel von den 960 Millionen erwachsenen Analphabeten sind Frauen. Sie sind überdurchschnittlich im Niedriglohnsektor vertreten und bekommen häufig für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer. Ungefähr 60 Prozent der ärmsten Milliarde der Weltbevölkerung sind Frauen und Mädchen. In Asien sind Jungen schon als Ungeborene und Babys mehr wert als Mädchen: Durch illegale geschlechtsselektive Abtreibungen und tödliche Vernachlässigungen von Mädchen nach der Geburt kommt es daher mittlerweile zu einem deutlichen Ungleichgewicht beim Geschlechterverhältnis.
Überall auf der Welt werden Frauen vergewaltigt und als sexuelle Objekte für die männliche Triebbefriedigung missbraucht – insbesondere auch innerhalb ihrer eigenen Familie. Es sind vor allem Frauen, die ihren Körper zum Zwecke der Prostitution und des Sextourismus verkaufen; und sie tun es oft nicht freiwillig: Frauenhandel nutzt Armut, Verzweiflung und Unwissenheit von Frauen und jungen Mädchen aus und zwingt sie in moderne Sklavenverhältnisse, aus denen sie sich kaum selbst befreien können. Dieser „Wirtschaftszweig“ bringt heute mehr ein als der Drogen- oder Waffenhandel. Auch sind es überwiegend Frauen, die von Vergewaltigung als Kriegswaffe betroffen sind oder in muslimischen Ländern aus Gründen der (männlichen) Familienehre gesteinigt, verbrannt oder ermordet werden.
Und auch in Deutschland ist die Gleichstellung noch lange nicht so weit voran geschritten, wie manche gerne glauben möchten: Gerade hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mitgeteilt, dass Deutschland, was die Anzahl von Frauen in Führungspositionen betrifft, im internationalen Vergleich weit abgeschlagen ist. Auch sind die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen mit knapp 22 Prozent so hoch wie in keinem anderen europäischen Land. Noch immer sind hier die Frau für die Kindererziehung und der Mann für die Ernährung der Familie zuständig.
Sexismus zu verneinen führt nicht dazu, dass es ihn nicht gibt. Und auch, wenn wir die Geschlechterdichotomie verwünschen und uns die genderoffene, queere Gemeinschaft herbeiträumen: Heute und hier gibt es die soziale Gruppe „Frauen“, gibt es Diskriminierung von Menschen aufgrund der Zuordnung zu dieser Gruppe.
Also: Vergesst die Blumen und geht in euch oder auf die Straße! Erinnert euch und andere daran, dass Sexismus überall auf der Welt in zum Teil erschütterndem, unvorstellbarem Ausmaß noch immer existiert und dass all jene, die das schon (fast) vergessen haben, unglaublich privilegiert sind.
[1] Informationen aus den jährlich erscheinenden Weltbevölkerungsberichte der Vereinten Nationen (insbesondere 2008 und 2011) sowie aus Ockrent: Das Schwarzbuch zur Lage der Frauen. (2007).
Artikel von Berit Völzmann
Ich gehe durch die Stadt und sehe Plakate, auf denen lange, nackte Frauenbeine ein Deo für Männer bewerben. Ein Kfz.-Anhängerverleih wirbt auf einem Plakat mit der Abbildung eines Anhängers, vor dem sich drei leicht bekleidete Frauen lasziv räkeln. Darüber prangt in großen Buchstaben der Werbeslogan „MIET MICH. BENUTZ MICH.“ Ich steige in die Bahn und lese den Werbespruch „Einfacher als Männer.“ In einer Zeitschrift stoße ich auf die Werbeanzeige eines Hostelanbieters. Zu sehen ist ein tangatragender weiblicher Unterleib. Auf dem Tanga findet sich der Schriftzug „24 h OPEN“. Ein Lieferwagen fährt vorbei. Darauf die Aufschrift: „Wir machen Geile Bodenbeläge.“ Darunter – auf dem Fahrzeugboden – räkelt sich eine nackte Frau. Ich komme nach Hause, sehe fern und werde mit Werbespots überschwemmt, in denen Frauen der Familie das Essen servieren, in denen für die Schönheitsentwicklung der Frauen geworben wird („Erwecke die Göttin in dir“; bei Männer heißt es nicht „Schönheits-„ sondern einfach „Pflegeprodukte“), in denen Frauen die Wäsche waschen und ihren Kindern gesunde Süßigkeiten geben und Männer die tollen Autos fahren.
Ich höre schon die Fragen und Bemerkungen: Und? Warum ist das denn jetzt schlimm? Frauen sind nun mal schöner. Und sie stehen eben häufiger in der Küche und gehen lieber shoppen.
NEIN! Fragt einen Schwulen und er wird nicht finden, dass Frauen die schöneren Wesen sind. Heterosexuelle Männer finden das. Lesbische Frauen auch. Und warum unterstützen zum Teil auch heterosexuelle Frauen diese Aussage? Weil ihnen jede Werbung, jeder Film, jede Frauenzeitschrift, jede Männerzeitschrift zeigt, dass Frauen schön sind/sein sollen/sein müssen. Eigentlich sind aber Frauen schön, so wie Männer schön sind, weil Menschen schön sind/schön sein können. Das Problem ist, dass dieses „Frauen-sind-die-schöneren-Wesen“ zu einer Aufspaltung von Frauen und Männer in zwei Kategorien führt: Die eine Hälfte sieht gut aus, muss gut aussehen und wird auch immer an ihrem Aussehen gemessen. Bei der anderen Hälfte sind andere Eigenschaften wichtiger, sie sind die Menschen, die handeln und entscheiden und die DARAN gemessen werden. Um es mit John Berger zu sagen: “Men act and women appear.”[1] Frauen sehen nicht einfach nur gut aus. Sie werden reduziert auf ihr Aussehen und damit auch auf ihr Aussehen für den männlichen Blick (Kein weibliches Pflegeprodukt wird mit einem nackten Mann beworben!) und damit letztlich wieder auf ihre Verfügbarkeit für männliche Sexualität (auch dort sind Männer wieder die Handelnden, diejenigen, die Frauen ansprechen, abschleppen, „nehmen“. Frauen müssen dabei nur eins: Gut aussehen. Und irgendwann nicht mehr „nein“ sagen. Das ist sogar in weiten Teilen gesellschaftlicher Konsens!).
Was ist mit den anderen Beispielen? Dass Frauen häufiger in der Küche stehen, mag sogar stimmen. Dass sie lieber shoppen gehen ist ein unhinterfragtes immer wieder neu reproduziertes Klischee. Werbung zeigt also teils die sexistische, diskriminierende Wirklichkeit, teils Klischees. Und? Was ist daran jetzt schlimm?
Schlimm daran ist, dass diese „Wirklichkeit“ nicht DIE Wirklichkeit ist, bzw. nicht sein muss. Zahlreiche Untersuchungen und Studien weisen darauf hin, dass die Dichotomie der zwei Geschlechter biologisch und soziologisch widerlegbar ist und selbst bei vereinzelt im Durchschnitt vorhandenen Unterschieden die Unterschiede innerhalb der Geschlechtsgruppen wesentlich größer sind, als die zwischen den Geschlechtern.
Schlimm daran ist, dass Medien und insbesondere auch Werbung nicht ohne Einfluss auf uns sind. Mit Kindern durchgeführte Studien der quantitativen Medienwirkungsforschung deuten darauf hin, dass Kinder, die häufig fernsehen, eher traditionelle Berufswünsche äußern als Kinder, die wenig Zeit vor dem Fernseher verbringen.[2] Auch neigen häufig fernsehende Kinder im Vergleich zu jenen, die seltener fernsehen, stärker dazu, sich für geschlechtsspezifisches Spielzeug zu entscheiden,[3] und geben eher stereotypisierte Antworten auf Fragen nach richtigem Rollenverhalten von Mädchen und Jungen.[4] Studien der qualitativen Medienwirkungsforschung fanden heraus, dass Frauen, die zunächst zu ihrem Führungsinteresse befragt und dann kurzzeitig traditionelle Fernsehwerbung gezeigt bekamen, anschließend ein geringeres Interesse hinsichtlich beruflicher Führung zeigten.[5]
Jeden Tag prasseln zahllose Werbekampagnen auf uns ein. Die meisten von ihnen nehmen wir (anders als beispielsweise Filme), gar nicht bewusst wahr. Ihre Botschaft und das, was sie uns über soziale Normen, Körpermaße und Verhaltensregeln mitteilen, erreichen uns aber dennoch und arbeiten in unserem Unterbewusstsein an unseren Vorstellungen.
Werbung nimmt also teil an der täglich stattfindenden Konstruktion von Geschlecht: „Wie sehe ich als Frau aus?“, „Was macht mich zu einem richtigen Mann?“. Bereits die Werbung für Kinder gibt es kaum noch in „geschlechtsneutral“: Besuche ich die entsprechenden Programme mit deren Werbung, sehe ich dunkel gehaltene, mit Rockmusik unterlegte Werbung für Jungen, die auf Kampf, Schnelligkeit, Aggressivität abzielt. Und ich sehe blonde Mädchen mit Zöpfchen, die lieb lächeln und mit Küchengeschirr und Puppen spielen. Küchengeschirr und Puppen? Kinder lernen bei allem, was sie tun, für ihr späteres Leben. Worauf bereiten wir die Mädchen vor?? Und warum würde es uns nicht im Traum einfallen, Jungen dasselbe Spielzeug zu geben? Jetzt hat es auch ein Spielzeug erwischt, dass bisher „einfach nur“ die Kreativität von Kindern fördern wollte: LEGO. Für Mädchen hat es sich jetzt etwas Neues ausgedacht: Sie können auch noch bauen, immerhin, das schon. Aber eben das, was Mädchen interessiert (oder interessieren soll): Eine Wellnessoase, eine Showbühne und – natürlich – eine Küche! Und es gibt jetzt eine weibliche Legofigur. Sie ist – oh Wunder – dünner, also ziemlich dünn, sie trägt knappere Kleidung und: sie hat Brüste.[6]
Wir kämpfen dafür, dass Frauen und Männer gleiche Chancen haben. Dass sie gleich viel verdienen. Dass sie dieselben Sachen machen dürfen und müssen. Nur unterliegen wir selbst – und insbesondere auch unsere Kinder – jeden Tag Bildern und Texten, die uns etwas ganz anderes suggerieren.
[1] John Berger: Ways of Seeing.
[2] Beuf, Household Drudge, 24 Journal of Communication (1974), S. 142 (144).
[3] Frueh/McGhee, Sex Role Development, 11 Development Psychology (1975), S. 109.
[4] McGhee/Frueh, Televion Watching, 6 Sex Roles (1980), S. 179 ff.
[5] Davies, P. G., Spencer, S. J., and Steele, C. M. (2005). Clearing the air: Safety moderates the effect of stereotyp threat on women´s leadership aspirations. Journal of Personality and Social Psychology, 88, 276-287, 279 f.
[6] http://msmagazine.com/blog/blog/2012/01/10/beauty-and-the-new-lego-line-for-girls/ (abgerufen am 17.01.2012).
I could read a book about this without finding such real-world approaches!
Der Link zum tollen Video zur Vorstellung der neuen Hollaback!-Seiten:
December 7, 2011 (New York, NY) – The movement to end street harassment takes another giant leap forward today as an additional 11 Hollaback! sites launch internationally, adding to an already vibrant network of 34 sites across four continents. Each site is run by a team of local advocates who are deeply committed to working on-line and off-line to end street harassment in their communities.
“I decided to start a Hollaback! because I wanted to be a part of a collective of dedicated and passionate activists fighting to make the streets safe for women all over the world,” said Hollaback! Palo Alto Founder Viviana Arcia. The organization is now in 45 cities across 16 countries, with leaders speaking more than nine different languages — each with the same message: street harassment must be put to a stop. New locations include Bogota, Colombia; Boston, MA; San Luis Obispo, CA; Chennai, India; Dusseldorf, Germany; Minneapolis, MN; Montreal, Quebec; Palo Alto, CA; Portland, ME; Santiago, Chile; and Winnipeg, Canada.
“What we tend to forget is that preventing sexual harassment in the long run is about changing our attitudes, not just ensuring physical safety. This is where we come in with Hollaback!” said Hamsini Ravi, Project Coordinator Hollaback! Chennai.
Local Hollaback! site leaders run their local blogs and organize their communities through advocacy, community partnerships, and direct action. Site leaders are as diverse in their backgrounds as they are in their experiences of harassment. Hollaback! reports that 44% lesbian, gay, bisexual, and queer, 33% identify as people of color, 76% are under the age of 30, and 90% are women.
“Women and members of the LGBTQ community have always been taught that street harassment is inevitable and something that we need to accept, smile at, or ignore,” says Cara Courchesne, Director of Hollaback! Portland, Maine. “Hollaback! changes that storyline.”
Hollaback!’s international sites are already having an impact. In Querétaro, Mexico, site leaders have developed a workshop to promote cities free of harassment for all people. In the last two months, 600 young people have taken part. In Baltimore, MD, the site leader has organized several successful events, including an Anti-hate Prom and the Baltimore SlutWalk. In Croatia, site leaders are creating a survey that will allow them to collect data on street harassment that will then be used across the Hollaback! network, giving Hollaback! an ability to compare street harassment across cultures.
Published on December 8,2011 – Hollaback! Baltimore
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,,Hey Süße, du kannst auch bei mir schlafen“
Das Resultat stundenlangem Warten war meine erste Erfahrung mit Street-Harassment hier in Düsseldorf. Aufgrund eines Missverständnisses mit meiner Mitbewohnerin stand ich ohne Schlüssel vor unserer Haustür im Dunkeln und keine meiner Mitbewohnerinnen war da. Ohne Handy und Jacke befand ich mich mit meinen Sportsachen vor unserem Hauseingang und drückte alle Klingeln, die es gab, um wenigstens in den Hausflur zu gelangen. Mir war so kalt und ich wollte nur noch aus der dunklen Straße weg, wo jedoch ab und zu Passanten vorbei kamen und dies meine Angst zurück hielt.
Als ich mich in den Hauseingang setze, fiel ich einigen männlichen Jugendlichen auf, die sich näherten und ihre Frage: ,,Na, kommste nicht rein?“ mit dem Angebot, dass ich auch bei Ihnen schlafen könnte selbst kommentierten.
Mir war die Situation unangenehm, da sie ungefähr fünf Männer waren und körperlich sichtlich überlegen wirkten. Um meine Unsicherheit runter zu spielen und meine alleinige Anwesenheit zu verneinen, sagte ich: ,,Nee, ich warte nur auf eine Freundin, die gleich rauskommt.“ Damit versuchte ich sicher und cool zu wirken, da Ignoranz manchmal Aggressionen auslösen bzw. Angst und Schüchternheit ausdrücken kann und ich wollte kein unterdrücktes Mädchen repräsentieren.
Trotz meiner Aussage blieben die Typen zwei Meter neben dem Hauseingang stehen und spielten mit ihren Handys. Ich versuchte ihnen keine Aufmerksamkeit zu schenken, beobachtete jedoch genau all ihre Bewegungen aus dem Blickwinkel. Als dann endlich das Flurlicht anging und eine Frau von innen die Tür öffnete, fiel mir ein Stein vom Herzen und erst jetzt realisierte ich, dass ich Angst gehabt hatte. Ohne Handy fühlte ich mich doch unsicherer. Die einzige Sicherheit gab mir die in 100-Meter-Luftlinie entfernte Polizeistation, die ich im Sprint hätte erreichen können, wenn die Männer mich weiter belästigt hätten.
Im Flur war mir weiterhin kalt, jedoch fühlte ich mich hier durch die Haustür zur Straße geschützt. Sodass ich die restliche Wartezeit auf meine Mitbewohnerinnen ruhig auf der Treppe verbrachte.
Aus dieser Geschichte nehme ich mit, dass das Handy nicht nur zum Facebook-Chatten nützlich ist, sondern in bestimmten Situationen Sicherheit gibt.
Artikel von Hollaback Leserin Maria V.
The importance of the internet as a platform for social encounters grows every day. One can express opinions about any subject without having to deal with the consequences. And all the while stay safely anonymous. Anonymity online has it’s sides. You can for example affect global matters from your home laptop without much effort. It is possible to share your thoughts about a significant current topic in the society, say the Occupy Wall Street movement, and influence the bigger picture. But there is also a downside for being able to express anything and everything completely incognito. Every day on thousands of discussion forums people abuse each other verbally (or as the online community expresses it “troll” the conversations) without ever having to deal with the consequences. As Wikipedia expresses it, “a troll is someone who posts inflammatory, extraneous, or off-topic messages in an online community, such as an online discussion forum”. Discussion forums are either pre-edited or edited after the comments are already published online. The latter creates an enormous problem: trolls can say anything and get away with it. The possibility for online anonymity is considered a privilege in countries where the freedom of speech is highly appreciated. However it can create a false perception of power and immunity as it does to these people who believe they have the “freedom of speech” as in the possibility to attack others online. This leads into more misunderstandings, inequality, sexism and racism, as the internet is expanding increasingly and more difficult to monitor. As the online world develops so should develop the code of conduct online. Should moral and ethics disappear because of the mear possibility of anonymity? No. Should the online etiquette be promoted to both younger and older generations living their lives more and more online? Yes. As we have the opportunity to express ourselves anonymously we also have to take responsibility for our words. Having the option to say everything does not mean that everything and anything should be said. In order to prevent online-bullying or trolling it is important to promote the so-called netiquette; the respectful and righteous way of expressing oneself even if doing so anonymously. Only through awareness it is possible to create understanding and develop the online towards an open yet responsible social community.