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Mein Erlebnis mit Street Harassment
Eine gute Freundin und ich spazierten durch die Straßen, als wir auf der anderen Straßenseite einen Mann bemerkten, der mit dem Gesicht zur Wand eines Wohnhauses stand – an seiner Haltung war zu erkennen, dass er dabei war zu urinieren. Es war Abend gegen 9 Uhr und einige Menschen waren noch unterwegs – dementsprechend erschien uns dieses Verhalten bereits sehr unangebracht. Auch er musste uns bemerkt haben, denn genau in dem Moment als wir auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf seiner Höhe waren drehte er sich um und zeigte uns seinen Penis, während er diesen noch in der Hand hielt. Erschrocken über diese Entblößung und unangenehm berührt gingen wir schnellen Schrittes weiter – ein Gefühl der Angst stiegt in uns hoch: warum hatte dieser Typ uns das getan? Was war sein Motiv dahinter? Was für ein kranker Streich konnte das gewesen sein?
Im Gespräch darüber bemerkten wir, dass wir nervös waren und ärgerten uns, dass er es tatsächlich geschafft hatte uns zu verunsichern. Nachdem wir zunächst einfach schnell weiter gegangen waren – empört und in der Hoffnung den Anblick schnellstmöglich zu vergessen, bemerkten wir, dass dieser Typ uns mit größerem Abstand gefolgt war. Was tun?
Wie gesagt war es noch nicht allzu spät, jedoch entfernten wir uns immer mehr von den belebteren Straßen der Stadt, was unsere Angst noch steigerte. Wir fassten den Entschluss, umzukehren und uns an anderen Menschen zu orientieren, um dann schnellstmöglich den Heimweg anzutreten. Bei der Kehrtwende sahen wir den Mann, wie der sich hastig in einen Türeingang stellte, vermutlich um sich vor uns zu verstecken. Das Ganze kam mir vor wie die Szene aus einem Film und ich wollte einfach weg. Was war mit diesem Kerl los?
Kurzerhand nahmen meine Freundin und ich uns ein Taxi, das uns glücklicherweise auf der Straße entgegenkam, und ließen uns bis vor die Haustür fahren. Erst oben angekommen fühlten wir uns sicher, das Erlebnis und der Gedanke an das, was hätte passieren können hinterließ jedoch einen bitteren Nachgeschmack, sowie Gefühle von Ekel und Wut.
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Ihr müsst Euch wehren! Hättet Ihr den Typen laut zur Rede gestellt und damit gedroht, die Polizei zu rufen, dann hätte der sicher den Schwanz eingezogen und wäre abgehauen. – Und Ihr hättet Euch besser gefühlt!
Was dieses Ekelgefühl erzeugt, ist die Ohnmacht und Hilflosigkeit. Ihr seid weggerannt, dabei konnte er Euch nichts tun. Ihr wart zu zweit und es waren noch Menschen unterwegs. Laut und selbstbewusst sein schlägt die meisten Straßentäter in die Flucht!
Ja, das stimmt, aus eigener Erfahrung, oder über so einen Typen einfach laut lachen.
Aber: nicht immer reagiert frau gleich, jede Situation ist anders. Es ist auch so in Ordnung. Ich mache – ausgelöst durch eine Verkettung von blöden Vorkommnissen in meinem Leben – Ende des Monats ein Wendo-Training, danach berichte ich, inwieweit mein Wehrverhalten sich zu meinem Vorteil verbessert hat.