New submission from Juli H.

,,Hey Süße, du kannst auch bei mir schlafen“

Das Resultat stundenlangem Warten war meine erste Erfahrung mit Street-Harassment hier in Düsseldorf. Aufgrund eines Missverständnisses mit meiner Mitbewohnerin stand ich ohne Schlüssel vor unserer Haustür im Dunkeln und keine meiner Mitbewohnerinnen war da. Ohne Handy und Jacke befand ich mich mit meinen Sportsachen vor unserem Hauseingang und drückte alle Klingeln, die es gab, um wenigstens in den Hausflur zu gelangen. Mir war so kalt und ich wollte nur noch aus der dunklen Straße weg, wo jedoch ab und zu Passanten vorbei kamen und dies meine Angst zurück hielt.
Als ich mich in den Hauseingang setze, fiel ich einigen männlichen Jugendlichen auf, die sich näherten und ihre Frage: ,,Na, kommste nicht rein?“ mit dem Angebot, dass ich auch bei Ihnen schlafen könnte selbst kommentierten.
Mir war die Situation unangenehm, da sie ungefähr fünf Männer waren und körperlich sichtlich überlegen wirkten. Um meine Unsicherheit runter zu spielen und meine alleinige Anwesenheit zu verneinen, sagte ich: ,,Nee, ich warte nur auf eine Freundin, die gleich rauskommt.“ Damit versuchte ich sicher und cool zu wirken, da Ignoranz manchmal Aggressionen auslösen bzw. Angst und Schüchternheit ausdrücken kann und ich wollte kein unterdrücktes Mädchen repräsentieren.
Trotz meiner Aussage blieben die Typen zwei Meter neben dem Hauseingang stehen und spielten mit ihren Handys. Ich versuchte ihnen keine Aufmerksamkeit zu schenken, beobachtete jedoch genau all ihre Bewegungen aus dem Blickwinkel. Als dann endlich das Flurlicht anging und eine Frau von innen die Tür öffnete, fiel mir ein Stein vom Herzen und erst jetzt realisierte ich, dass ich Angst gehabt hatte. Ohne Handy fühlte ich mich doch unsicherer. Die einzige Sicherheit gab mir die in 100-Meter-Luftlinie entfernte Polizeistation, die ich im Sprint hätte erreichen können, wenn die Männer mich weiter belästigt hätten.
Im Flur war mir weiterhin kalt, jedoch fühlte ich mich hier durch die Haustür zur Straße geschützt. Sodass ich die restliche Wartezeit auf meine Mitbewohnerinnen ruhig auf der Treppe verbrachte.
Aus dieser Geschichte nehme ich mit, dass das Handy nicht nur zum Facebook-Chatten nützlich ist, sondern in bestimmten Situationen Sicherheit gibt.

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One Response

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  1. Laura sagt:

    Blöd von denen, Dich so anzumachen. Das geht die gar nichts an, ob Du vor einer Tür herumstehst oder nicht. Das ist auch Deine Straße!
    Ich bin inzwischen nicht mehr defensiv solchen Typen gegenüber, sondern offensiv abwehrend.
    Ich hätte z.B. gesagt: “Was interessiert es Euch? Geht Euch gar nichts an.”
    Und wenn dann noch was gekommen wäre, hätte ich evtl. gesagt: “Ich will nicht mit Euch reden.” Je nachdem, wie aggressiv die wirken und was ich mich traue, hätte ich auch sagen können: “Geht weiter, ich komm schon klar!” oder “Geht Euch immer noch nichts an!”.

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